IDEE |

KünstlerInnen und Kreative verschiedenster Sparten unter einem Dach, wo Austausch, Dialog, Kooperation möglich sind – das ist die Grundidee des Projektes. Allzu oft sind KünstlerInnen und Kreative auf die Zwischennutzung von Objekten angewiesen, die langfristig einer kommerziellen Vermarktung zugeführt werden, die dann aber für die Kreativen nicht mehr bezahlbar sind. Hier setzt das Projekt an: es bietet professionellen Raum, der langfristig zur Verfügung steht und bezahlbar bleibt. Außerdem kann die Vision, Arbeiten und Wohnen zu verbinden hier verwirklicht werden. Gleichzeitig ist der Ort als Veranstalter von unabhängig kuratierten, überregional bespielten Ausstellungen in der Kunstszene relevant. Auch Nachwuchsförderung ist ein Thema und so bestehen drei Ateliers, die zu Förderbedingungen jeweils für ein Jahr vergeben werden.

ORT |

Vor zwei Jahren erwarb die Gemeinschaft die Immobilie in der Streitfeldstr. 33. Die ehemalige Kleiderfabrik befindet sich im lebendigen Stadtteil Berg am Laim, einem gewachsenen Münchner Wohnviertel. Hier erbaute Professor Paolo Nestler 1970 im Auftrag der Geschäftsleute Edit und Henrik Kuszner eine Kleiderfabrik. Das fünfgeschossige Vordergebäude diente als Büro- und zum Teil als Wohnraum. Das viergeschossige Rückgebäude beherbergte in hohen, weiten Hallen die Produktionsstätten der Kleiderfabrik. Die Umgebung des Anwesens ist Mischgebiet mit Wohnbebauung sowie weiteren Gewerbebauten (Verlage, Musikindustrie).

UMSETZUNG |

Das Projekt Streitfeld finanziert sich aus mehreren "Töpfen", wie Bankdarlehen, Kleinbürgschaften sowie über die Einlagen der MieterInnen. Ein besonders wichtiger Aspekt beim Umbau in Ateliers, Wohn- und Gewerberäume war die ökologische Nachhaltigkeit des Gesamtprojekts. Außerdem konnte bei der Planung des Umbaus in Ateliers und Gewerberäume auf die Nutzung durch Kreative eingegangen werden, z.B. durch die individuellen Zuschnitte der Räume, Wasser- und Starkstromanschlüsse, belastbare Böden. Im Streitfeld-Vordergebäude entstanden sieben Einheiten, die Wohnen und kreatives Arbeiten miteinander verbinden. Das Projekt lebt Selbstbestimmung und Engagement: Arbeitsgruppen kümmern sich um Planung, Gestaltung, Organisation und andere wichtige Bereiche. So herrscht eine lebendige, flexible Atmosphäre, wo Beiträge möglich und erwünscht sind und demokratische Strukturen gelebt werden.